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Mit den Augen eines Historikers gelesen, überzeugt er (der Roman, Anm.d.Webmistress) vor allem durch den Versuch eines realistischen Germanenbildes, soweit dies bei der Diskrepanz zwischen literarischen und archäologischen Quellen überhaupt möglich ist. Dies erstreckt sich z. B. auf die Rekonstruktion germanischer Namen (so wird Arminius in heimischer Zunge zu Ermanamers; meiner Beurteilung entzieht sich, ob es dafür eine belegbare Grundlage gibt). Vor allem ist der Aufstand gegen Varus recht differenziert dargestellt, mit einer Erhebung der Auxiliartruppen als Kern, wie sie zuerst Dieter Timpe rekonstruiert hat. Die aktuelle Forschung hat dies weitgehend übernommen und ist auch sonst rezipiert, so etwa bei Einzelheiten der Varusschlacht gemäß den Ausgrabungen bei Kalkriese.
Daneben wurden natürlich die antiken Quellen, insbesondere Tacitus, herangezogen, aber unter Vermeidung der früher üblichen Germanentümelei. So erscheinen die Germanen auch nicht [...] als teilweise übermenschliche Krieger; hier muß vielmehr ein Römer den Germanen erst beibringen, wie man mit dem Schwert im Zweikampf umgeht. Die Germanen waren eben nicht das wilde Kriegervolk, als das sie mitunter dargestellt worden sind, sondern den Römern zunächst einmal militärisch weit unterlegen und darauf angewiesen, sie – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – mit den eigenen Waffen zu schlagen. Die Loyalitätskonflikte, die aus der Art der römischen Herrschaft erwuchsen, sind überzeugend dargestellt [...].
[Gesamttext der Besprechung - Achtung! Spoiler!]
Das Erstlingswerk "Der Tribun" der deutschen Autorin Iris Kammerer braucht sich nicht hinter Größen wie Tanja Kinkel oder Rebecca Gablé verstecken - eher im Gegenteil. Dem Buch merkt man schnell die sehr gute Recherche an, die spannend verpackt an den Leser gebracht wird. "Der Tribun" verzichtet auf Effekthascherei und unnötige Erklärungen, warum nun ein Charakter auf eine Situation reagiert. Vielmehr vertraut die Autorin auf die Fähigkeit des Lesers, selbst Schlüsse aus der Geschichte ziehen und die Handlungen nachvollziehen zu können. Der Sprachstil ist weder trocken noch schlicht, sondern sehr angenehm und flüssig zu lesen. "Der Tribun" besticht vor allem durch die detaillierte Beschreibung des Alltags der Cherusker und so fließt das Buch oft einfach nur vor sich hin, ohne dass sich die Ereignisse überschlagen. Über mangelnde Spannung kann man sich jedoch nicht beklagen.
[Gesamttext der Rezension]
Dieser Roman, der erste einer Trilogie, besticht durch seinen überaus gut recherchierte historischen Hintergrund. Läßt der Titel den Leser noch auf einen römischen "Sandalenroman" schließen, so wird er durch den Inhalt und die überaus präzise Schreibweise der Autorin schnell eines besseren belehrt. Iris Kammerer versteht es, den Leser mit der Geschichte in ihren Bann zu ziehen. Er sieht und kann nachvollziehen, wie sich aus einem hochfahrenden Römer eine Sympathieträger entwickelt. [...]
Der Leser hat einen Roman vor sich, der sich bemerkenswert eng an die historischen Tatsachen hält. Er ist spannend, läßt dem Leser aber trotzdem viel Gelegenheit sich in die jeweilige Lage einzufühlen. Ein großes Kompliment an die Autorin. Der Roman macht Lust auf die weiteren Folgen.
[Gesamttext der Rezension (Michas Buchkritik)]
[Gesamttext der Rezension (InKulturA)]
Das Buch - als Beginn einer Trilogie gedacht - ist sehr detailreich geschrieben und fängt die einzelnen Stimmungen der Personen sowie der Natur gekonnt ein. Im Anhang werden Personen, Orte sowie die Götter der Germanen und einige militärische Begriffe kurz erklärt.
Gesamturteil: 5 von 5 "Sternen"
[Gesamttext der Rezension]
© 2004 Iris Kammerer, Marburg / W. Heyne Verlag, München - all rights reserved!
Abdruck - auch in Auszügen - nur mit vorheriger Genehmigung der Verfasserin und des Verlags!
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