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Mit einer ziemlich umfangreichen Arbeit zu diesem Thema habe ich im Jahre 1996 meinen Studienabschluss eingeläutet. Sie stand unter dem im Vorwort zu Lobels Monographie Sapfou=j me/lh gefundenen Vegleich: "[...] a fool can throw a stone into the sea of Spain, and all the wise men in the world not manage to get it out". und mancher Moment des Verzweifelns an der Stoffülle war begleitet von der Erinnerung an ein berühmtes Zitat aus Theodor Fontanes Effi Briest: "Ach, Luise, laß ... das ist ein zu weites Feld."
Die Arbeit erforderte erstaunlicherweise fast genau die Zeitspanne, die mir dazu zugestanden war - 6 Monate. In dieser Zeit habe ich mehrere tausend Seiten fotokopiert, gelesen, bearbeitet, Gedanken zueinander in Beziehungen gesetzt, Traditionen herausgefiltert, so daß die eigentliche Arbeit des Schreibens am Ende sehr hektisch zu werden drohte.
Ausgangspunkt der Arbeit war mein grundsätzlich hohes Interesse an Werk und Person dieser Dichterin, die einen nicht unumstrittenen Ruf genießt. Im WS92/93 belegte ich am Institut für Klassische Philologie an der Uni München bei Prof. Dr. Ernst Vogt vorzeitig ein Hauptseminar über Sappho, bei dem ich mich vor allem auf die Metrik konzentrierte. Die Deutungen erschienen mir verwirrend und fast ausschließlich von einem vorgefassten Bild von der Person Sappho geprägt. Ganz so, als ob ihre hochartifiziellen Gedichte spontane Seelenergüsse einer permanent von Affekten getriebenen und episodisch von Inspiration befallenen Person seien. Mir persönlich erschien diese Deutung geradezu kränkend.
Doch mir war durchaus bewusst, dass ich mich durch das Dickicht der Sekundärliteratur würde arbeiten müssen, ehe ich mich an eine eigene Interpretation würde wagen dürfen. Zumindest für den Fall, dass ich in philologischen Kreisen ernst genommen werden wollte.
Ich hoffte also darauf, mit der geplanten Magisterarbeit den Bereich der Forschungsgeschichte abgedeckt zu haben, bevor ich mich in einem opus maius mit dem Werk der Dichterin selbst eingehender würde beschäftigen können.
Bedauerlicherweise kam es dazu nicht. Meine finanziellen Reserven liefen aus, und da ich mir überdies durch eine familiäre Bindung kein akademisches Vagantentum zwecks Promotion gestatten konnte, musste ich mich von dem Traum eines solchen opus maius und dem Doktortitel verabschieden.
Allerdings sehe ich das weniger bitter, als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Es gibt einfach Umstände, die erlauben keine großen Sprünge. Abgehakt habe ich das Thema dennoch nicht, sondern beschäftige mich gedanklich noch immer sehr viel damit. Vielleicht schreibe ich dieses Buch eines Tages doch noch.
Das Leben ist schließlich voller Überraschungen.
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Die griechischen Zitate habe ich mit dem relativ verbreiteten TrueTypeFont "SGreek" erstellt. Falls wider Erwarten jemand nicht über diesen Font verfügt, kann sie/er ihn hier herunterladen und nach dem Entpacken auf seinem PC installieren.