Omnivore Amazon

Vergangenen Freitag wurde gemeldet, dass Internethändler Amazon das in Kanada angesiedelte online-Antiquariat abebooks von Burda übernehmen wird. Dass Amazon starke Züge von Gefräßigkeit entwickelt hat, ist bekannt. Immerhin leben wir ja im Zeitalter der alleinseligmachenden und alles heilenden weltweiten freien Marktwirtschaft, die lauthals Vielfalt verspricht.

Für den globalen Fischteich bedeutet die summa doctrina des ökonomischen Selektionismus à la Spencer (der sich fälschlicherweise „Darwinismus“ schmeichelt), dass gigantische Fischereiflotten die Lebensräume der Meeresbewohner mit Schleppnetzen leerschöpfen, Nützliches fressen und nutzlose Erscheinendes an der Luft krepieren lassen. Und, um im Bild zu bleiben, die Kutter werden immer gigantischer und die Flotten immer umfangreicher. Anders gesagt: Multinationale Konzerne werden immer riesiger und verdunkeln die Sonne, deren Licht sie unablässig verheißen.

Zum Glück existieren neben dem Monstrum Amazon noch einige kleinere Portale wie prolibri und anthbo – denn sollte Amazon bei Abebooks ähnliche Zustände einführen wie beim hauseigenen Marketplace, dann ist der Mauschelei wieder Tür und Tor geöffnet: dort werden neue (!), d.h. der Buchpreisbindung unterliegende Bücher schon vor der Veröffentlichung unter Neupreis angepriesen, und so mancher Verkäufer schmeichelt Ramschware schön, verkauft (oft abgenutzte) Taschenbuchausgaben ohne Angabe der Aufmachung auf der HC-Produktseite, und dort dann auch schon mal zu einem fürs zerfledderte TB unverschämt hohen Preis.

Da lobe ich mir andere Portale, in denen die als Person oder Unternehmen identifizierbaren Anbieter sich noch die Mühe machen, Aufmachung und Zustand des Buches zu beschreiben.

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