… möchte mit dir auf Facebook befreundet sein

Mein Facebook-Profil hat zur Zeit 139 Freunde. Das ist nicht viel, damit kann man wirklich nicht angeben. Ich will auch gar nicht jammern – im Gegenteil. Facebook ist eine feine Sache, ein Netzwerk, über das man mit anderen Menschen in Kontakt kommen und auch bleiben kann. Über die Datenschutzprobleme lässt sich trefflich streiten – oder lachen, wenn man hinschaut, wie ausgerechnet die tapfersten Verteidiger des Datenschutzes gegenüber dem Staat sich freiwillig zum Glaskasper machen, wenn es um die Nutzung von allerlei „Äpps“ geht. Aber diese „Äpps“ kann man wie alle Moden ignorieren und sich auf den Nutzen, den ein soziales Netzwerk wie Facebook bietet, beschränken. Bleiben wir doch mal beim Knüpfen von Freundschaften.

Mit Freunden verbindet man sich bei Facebook, indem man eine Freundschaftsanfrage stellt, also ganz einfach: zwei Klicks und der Antrag läuft. Bei demjenigen, dessen Freund man werden will, fällt sogleich folgende Nachricht in den elektronischen Briefkasten:

Hallo Iris,

Lieschen Müller möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.

[Lieschens Avatar] Lieschen Müller (Link zu Lieschens Profil bei FB)

Grüße,

Das Facebook-Team

Diese Freundschaftsanfrage kann ich mit einem einzigen Klick auf einen weiteren Link in der Mail bestätigen.

Wenn ich Lieschen Müller kenne, weil sie z.B. mit mir in die Schule gegangen ist (und immer noch denselben Nachnamen hat wie damals) oder eine Kollegin oder Bekannte ist, dann werde ich natürlich neugierig, freue mich vielleicht sogar, ein lange verschollenes Gesicht wiederzusehen.

Aber die meisten Lieschen Müllers, die sich in haargenau dieser Weise bei mir melden, kenne ich nicht – oder vielleicht nur unter einem Foren-Pseudonym. Ich finde es wirklich nett, wenn mir unbekannte Lieschens meine Freundin sein möchten – aber muss ich solche Freundschaftsanträge auch dann annehmen, wenn ich die Person überhaupt nicht kenne? Oder unter diesem Namen nun einmal nicht. Denn wenn sich „Schlümpfchen Schlumpf“ bei mir meldet, dann mag das witzig gemeint sein, aber – ja, ich hab mich nun mal so, wenn ich nicht weiß, wer das ist! 😉

Dabei ist das Problem ganz einfach lösbar: Wer besagten Antrag schickt, kann eine „persönliche Nachricht hinzufügen“ – steht im Freundschaftsanfrage-Fenster unten links. Und dann erfahre ich auch, dass Lieschen Müller knuddelbärchen87 aus dem Lesemäuseforum ist, mit der ich schon seit längerem zumindest virtuell gut bekannt bin.

Das sähe dann z. B. folgendermaßen aus:

Hallo Iris,

Lieschen Müller möchte mit dir auf Facebook befreundet sein.

[Lieschens Avatar] Lieschen Müller (Link zu Lieschens Profil bei FB)

Hallöchen! Ich bin knuddelbärchen87 aus dem Lesemäuseforum! Wollt mich nur mal melden und bin neugierig was du hier so machst.

LG Lieschen

Grüße,

Das Facebook-Team


Kurz gesagt: Wenn ich denjenigen, der via Facebook meine Freundschaft sucht, nicht kenne, dann nehme ich ihn nicht unbesehen in meine Freundesliste auf. Allein schon aufgrund negativer Erfahrungen mit Spammern und – ja! – Stalkern.

Also, liebe Leute, wenn ihr bei mir anklopft, dann stellt euch bitte kurz vor. Ihr erwartet schließlich das gleiche, wenn jemand bei euch an der Wohnungstür klingelt. 😉

Nachklapp vom 14. 12. 2010:

Wer Neuigkeiten über meine Aktivitäten, Veröffentlichungen, Lesungen etc. informieren will, ist mit meiner Facebook-Seite oder meinem Twitter-Account ohnehin besser bedient! 🙂

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